Montag, 8. Januar 2018

[Rezension] Das Spielhaus - Claire North

 

Titel: Das Spielhaus
Autor: Claire North

Genre: Fantasy
Seiten: 496
Erscheinungsjahr: 2017
Verlag: Bastei Lübbe
ISBN: 9783404208890
Original: The Gameshouse (2015)

Preis: 9,00 € (TB)

Bewertung: ★★★★


Inhalt
Das Haus sieht aus wie jedes andere, doch lass dich nicht täuschen! Hier kannst du mehr gewinnen als Gold oder Juwelen ― im legendären Spielhaus. Und wenn du raffiniert genug bist, darfst du gegen die Besten der Besten antreten: die Spieler der Oberen Gemächer. Der Gewinn kann alles sein, was du dir je gewünscht hast: Macht über ganze Königreiche, ewige Jugend, immerwährendes Glück, Lebensjahre, um die Jahrhunderte zu überdauern. Doch je höher der Einsatz, desto tödlicher sind die Regeln ...


Meine Meinung
Schon die Leseprobe hinterließ einen bleibenden Eindruck bei mir. Der Schreibstil auf den ersten Seiten ist wahre Kunst und hat mich sofort gebannt.

"Fort ist sie, sie ist fortgegangen.
   Die Münze dreht sich im Fluge, dreht sich um und um, und sie, die ich liebte, ist fort."

Doch der Reihe nach:
Das Buch beinhaltet drei Novellen. Jede Geschichte spielt in einer anderen Zeit und die Autorin hat es wunderbar geschafft, die verschiedenen Epochen durch ihren Schreibstil zu differenzieren.

In „Die Intrige von Venedig“ tauchen wir ein in das Venedig des 17. Jahrhunderts und begleiten Thene auf ihrem Weg in die Oberen Gemächer des Spielhauses. Das Spielhaus ist ein Ort, an dem man nicht nur um banale Dinge wie Geld spielt, sondern auch um die wirklich wichtigen Dinge: Lebenszeit, Erinnerungen, Empfindungen.

Den Schreibstil der ersten Novelle fand ich einfach nur grandios. Er ist verschnörkelt, ließ sich aber trotzdem sehr flüssig lesen (nach meinem Empfinden). Es dauerte nicht lange, bis ich in der Geschichte drin war und an Thenes Seite am Spieltisch saß und mit ihr gemeinsam zur Herrin des Spielhauses ging.

Das Besondere: Der Leser wird direkt mit einbezogen. Ein Erzähler nimmt uns mit, spricht uns direkt an und führt uns durch die Geschichte.
„Kommt. Wir wollen hineingehen und zuschauen, gemeinsam, ihr und ich.“

Ich fand die Art wie die Geschichte vermittelt wurde fast schon interessanter als die Geschichte selbst. Wobei auch die Storyline sehr originell und spannend ist.

Die zweite Novelle „Die Treibjagd von Siam“ konnte mich nicht so sehr fesseln. Der Schreibstil ist immer noch sehr kunstfertig, aber mehr dem modernen Rahmen angepasst. Es handelt von Remy Burke, der sich auf ein Fangen-Spiel auf Leben und Tod eingelassen hat.

Die endlose Jagd durch Siam empfand ich als eher ermüdend. Erst am Ende wird es wieder spannend, als sich das Blatt wendet.

Das Duell der Spielmeisterin“ gefiel mir dann wieder deutlich besser. Der Schreibstil ist nochmal etwas moderner gestaltet, da diese Handlung nun in der Gegenwart stattfindet. Außerdem werden wir jetzt mit einem Ich-Erzähler konfrontiert.

Silver ist unser Protagonist und er spielt das Große Spiel gegen die Spielmeisterin. Hier konnte ich am meisten mitfiebern, da Silver als Figur greifbarer wurde als die vorherigen Charaktere. In dieser dritten Novelle werden nun die Fäden aus den anderen beiden zusammengeführt, die auf den ersten Blick nicht viel miteinander zu tun hatten.

Am Ende ergibt sich ein rundes Bild, es wird mit Symbolik gearbeitet und es wird fast schon philosophisch über das Wesen der Menschen geschrieben. Ein weiterer Grund, warum mir die dritte Novelle am besten gefallen hat, ist, dass Silver am ehesten aus emotionalen Gründen gehandelt hat. Er wollte nicht gewinnen, um Macht zu erlangen oder sich zu bereichern. Das machte ihn mir sehr sympathisch.

Fazit
Für mich ist Claire North eine herausragende Schriftstellerin, die es weiß mit Worten umzugehen. Ihre Art diese Geschichten zu vermitteln hat mich wirklich beeindruckt und sowohl die Idee mit dem Spielhaus als auch ihren Schreibstil empfand ich als originell und sehr ansprechend. Es hat mir sehr gefallen in diese Welt einzutauchen!

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