Sonntag, 30. Juli 2017

[Rezension] Vom Suchen und Finden - Kenneth Oppel

Titel: Vom Suchen und Finden
Autor: Kenneth Oppel

Genre: Liebesgeschichte
Seitenzahl: 432
Erscheinungsjahr: 2017
Verlag: Dressler
ISBN: 9783791500409
Original: Every hidden thing (2016)

Preis: 18,99 € (HC) / 14,99 € (ebook)

Bewertung: ★★★☆☆




Inhalt:
Wer sucht, der findet?
Zwei junge Menschen im Westen Amerikas, zwei verfeindete Familien von Wissenschaftlern und eine große Liebe, die nicht sein darf. Rachel Cartland will Professorin werden, Paläontologe wie ihr berühmter Vater. Leider kommen ihr die veralteten Vorstellungen ihrer Familie dazwischen. Und dann ist da auch noch Samuel Bolt: Der hat nicht nur einen rivalisierenden Wissenschaftler als Vater, sondern auch ein unwiderstehliches Lächeln. Vielleicht sind Saurier doch nicht die faszinierendsten Wesen der Welt?

Meine Meinung:
Die Geschichte von Rachel und Sam konnte mich stellenweise ganz gut unterhalten und mir gefiel das Setting auch sehr, aber so wirklich vom Hocker gerissen hat es mich dann doch nicht.

Dabei begann alles sehr vielversprechend. Der Schreibstil ist sehr locker und einfach gehalten und ermöglicht einen glatten Einstieg in die Geschichte. Sie spielt wohl so um 1860, was zwar nicht explizit erwähnt wird, aber man kann es sich aus den gegebenen Informationen erschließen.

Die Figuren sind sehr schön beschrieben und die beiden Ich-Erzähler Rachel und Sam waren mir gleich sympathisch, man bekommt einen guten Einblick in ihr Leben und ihre Gefühle. Die Konflikte wurden auch gleich sehr gut skizziert, so besteht nicht nur eine Rivalität zwischen den beiden Vätern, sondern auch die Vater-Kind-Beziehung hat so ihre Probleme.

Rachel will die Universität besuchen und Paläontologin werden, ihr Vater würde sie aber lieber verheiraten und zur Hausfrau degradieren. Samuel macht sich nicht viel aus seiner Ausbildung und will lieber gleich mit seinem Vater zu Ausgrabungen gehen. Doch sein Vater, der selbst keine gute Ausbildung genießen konnte, will dass sein Sohn einmal ein angesehener Professor wird und erstmal studieren geht.

Dazu kommt noch, dass sich die Fossilienjäger denselben Schatz ausgesucht haben und sich nun in die Quere kommen. In den Badlands treffen die beiden Lager also immer wieder aufeinander, rivalisieren, intrigieren und sabotieren: Wer wird die besten Fossilien finden? Wer wird mehr Anerkennung bekommen? Wer findet die legendäre Dark Beauty? Und dann gibt es da noch die Sioux-Indianer, die es gar nicht toll finden, die Weißhäute in ihrem Revier zu haben.

Das alles sind gute Zutaten für einen spannenden Roman, doch leider wurde das Konfliktpotential für meinen Geschmack einfach nicht gut ausgeschöpft. Die Zwistigkeiten wirken alle sehr seicht, die Konfliktsituationen werden oft viel zu schnell aufgelöst. Auch bei der Sache mit den Indianern hatte ich auf mehr Wiederstand gehofft.

Das Setting mit den Ausgrabungen und den Badlands hat mir sehr gut gefallen. Auch das Vorkommen der Indianer-Stämme und das Einweben des alten Konflikts zwischen den Ureinwohnern und den Eindringlingen fand ich sehr spannend, leider blieb das viel zu sehr im Hintergrund.

Der Fokus liegt hier definitiv auf der Liebesgeschichte zwischen Rachel und Sam. Doch obwohl es hier ein Auf und Ab der Gefühle gibt, bleibt auch dieser Aspekt eher unspektakulär und verläuft (trotz der schlechten Ausgangslage) etwas zu glatt.

Alles in allem ist die Geschichte sehr vorhersehbar und bietet nicht viel Spannung. Allein das Setting konnte mich überzeugen und hat es einigermaßen geschafft, dass das Buch etwas Originalität aufweist. Ansonsten bietet das Buch leider nicht sehr viel Neues und konnte mich nicht vollends begeistern.

Ich kann das Buch eher für eine jüngere Zielgruppe empfehlen oder als seichte Unterhaltung für Zwischendurch.

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